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GEDENKSTÄTTE BERLIN-HOHENSCHÖNHAUSEN
 -DIE STASI NAHM UNS DAS HÖCHSTE GUT!-

 

Am 08.12.2016 besuchten wir, die Sozialwesen Klasse 13/1, die ehemalige zentrale Untersuchungshaftanstalt des Ministeriums für Staatssicherheit (STASI)in Hohenschönhausen (Berlin). Hier wurden wir von Herrn Breitbart, einem Zeitzeugen, durch das ehemalige Stasi- Gefängnis geführt und darüber informiert. 

Zunächst berichtete er über sein Leben und seine Zeit im Gefängnis, in dem er selbst als Insasse damals dort gefangen war. Es wurde deutlich, dass Hr. Breitbart dem real existierenden Sozialismus der DDR negativ gegenüber stand und sich gegen diesen wendete. Er pflegte in seiner Jugend, einen freiheitlichen Lebensstil und gründete mit Freunden eine Rockband, die verbotenen Lieder sang, worauf er erstmals verhaftete wurde. Das zweite Mal wurde er 1976 verhaftet und so kam er dann ins Gefängnis, nachdem er Flugblätter gegen die Ausweisung Wolf Biermanns aus der DDR verteilte.

Das Stasi- Gefängnis ist ein riesiges Gelände, welches zur damaligen Zeit offiziell nicht existierte, da es auf Karten nicht eingezeichnet war. Es bestand aus einer Untersuchungshaftanstalt, einer Haftanstalt, dem Krankenhaus und weiteren Gefängnisgebäuden. 

 

Zu dem Gelände gehörte das sogenannte Kellergefängnis (U-Boot). Hier befanden sich mehrere Einzel- und Gruppenzellen, sowie Hock- oder Stehzellen. In diesem Teil des Gefängnisses lebten die Gefangenen unter unmenschlichen Bedingungen. Die Zellen waren sehr klein und eng und viele Menschen wurden hier auf engstem Raum untergebracht. Wenn eine Toilettenmöglichkeit gegeben war, dann nur in Form einer Schüssel, Blumenvase oder eines Eimers. Die Menschen haben hier nie Tageslicht zu Gesicht bekommen oder durften Kontakt zur Außenwelt oder ihren Familie haben. Außerdem durften sie sich tagsüber nicht hinlegen und mussten stehen. Nachts konnten sie auch kaum ein Auge zu machen, da die Zellen ständiger Beleuchtung ausgesetzt waren. Aufgrund der ständigen Feuchte und Nässe im Keller und der Mangelernährung, litten viele Gefangene unter Krankheiten und Infektionen. Nicht wenige starben daran. Viele Foltermethoden ähnelten denen des Stalinismus. Ziel war es die Menschen kaputt zu machen oder ihnen ein Geständnis abzuzwingen. Foltermethoden, wie die Wasserfolter, kostete weiteren Menschen das Leben. Insgesamt sind hier über 1000 Menschen gestorben.

1953 wurde der Einsatz dieser physischen Foltermethoden in der DDR mit dem Tod Stalins beendet und die Gefangenen wurden von nun an in den Neubau eingesperrt. Hr. Breitbart berichtete, dass die eigenen Freunde, die Familie oder sogar dem eigenen Ehemann in dieser Zeit nicht zu trauen war. Oft verrieten die engsten Vertrauten ihre Mitmenschen und brachten sie so ins Gefängnis. 

Weiterhin wollte man das Gefängnisgelände verheimlichen und wollte so verhindern, dass ein Gefangener wusste, wo er sich befand. Ein Auto, mit Werbung plakatiert, brachte die Gefangenen auf mehrstündigen Umwegen, zwecks Desorientierung, in die Gefängnisanstalt. Hier gab es nur noch Einzelzellen, mit schon weitaus menschenfreundlicher Ausstattung, wie ein Bett mit Matratze und einem Tisch. Erstaunlich war, dass es weitaus mehr Wachleute und Vernehmer, als Gefangene und Zellen gab. Dieses macht deutlich, dass die Kontrolle und Überwachung an erster Stelle stand. Durch weitere Kontrolle im und über das Gefängnis, wurde eine Alarmanlage und eine Ampelanlage eingerichtete. Diese sollte verhindern, dass sich andere Gefangenen sahen und mit einander sprachen. In diesem Gefängnis wurde unter strenger Kontrolle sogar Frischluft gewährt. Freigang für 15 Minuten unter ständiger Bewachung verschaffte den Menschen etwas Tageslicht und frische Luft.

 

Aus der Führung des Zeitzeugen wurde klar, dass die Freiheit und das Glück, sie zu haben viel zu wenig geschätzt wird. Wer diese schlimme Zeit im Stasi- Gefängnis physisch und vor allem psychisch überlebte, der wollte leben und frei sein, so wie Hr. Breitbart es stets betonte. 

 

„Nichts ist wertvoller, als die Freiheit, frei zu sein!“

 

 

 

Larissa Eisenhut und Julia Eisenberg 13/1